Drei Angebote, drei Endsummen, drei völlig verschiedene Leistungsumfänge — so sieht der Normalfall aus. Wer nur auf die Zahl unten rechts schaut, vergleicht nicht Preise, sondern Zufälle. Diese Seite zeigt, worauf es beim Vergleich tatsächlich ankommt.
Festpreis oder Stundenlohn?
| Festpreis | Stundenlohn | |
|---|---|---|
| Grundlage | Besichtigung und Volumenaufnahme | Stundensatz je Person und Fahrzeug |
| Planungssicherheit | hoch — der Preis steht | gering — offenes Ende |
| Risiko bei Verzögerung | beim Unternehmen | beim Kunden |
| Passt für | komplette Umzüge | kleine Transporte, Einzelstücke |
| Typischer Nachteil | kalkulierter Sicherheitsaufschlag | Endsumme erst am Abend bekannt |
Für einen Wohnungsumzug ist der Festpreis fast immer die bessere Wahl. Der Stundenlohn wirkt auf dem Papier günstiger, verlagert das Risiko aber vollständig auf Sie: Jede Verzögerung — Aufzug defekt, Parkplatz belegt, Möbel passt nicht durchs Treppenhaus — geht auf Ihre Rechnung. Beim Festpreis trägt sie das Unternehmen, das deshalb sorgfältiger plant.
Diese Positionen gehören ins Angebot
- aufgenommenes Volumen in Kubikmetern
- Anzahl der Möbelpacker und Fahrzeuggröße
- Etagen und Tragewege an beiden Adressen
- Möbelmontage: was wird ab- und wieder aufgebaut
- Packmaterial: Kartons, Decken, Folie — gestellt, geliehen oder berechnet
- Halteverbotszone: enthalten, optional oder Ihre Aufgabe
- Möbellift, falls nötig
- Küchendemontage und -montage
- Entsorgung von Sperrmüll und Verpackung
- Haftung und mögliche Zusatzversicherung
- Zahlungsweise, Umsatzsteuer, Stornobedingungen
Fehlt eine dieser Positionen, ist sie nicht etwa inklusive — sie ist ungeklärt. Und ungeklärte Positionen tauchen erfahrungsgemäß am Umzugstag wieder auf.
So vergleichen Sie richtig
Geben Sie allen Anbietern denselben Leistungsumfang vor, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Schreiben Sie auf, was Sie erwarten — Packen ja oder nein, Küche ja oder nein, Möbellift ja oder nein — und lassen Sie jedes Angebot auf dieser Basis kalkulieren.
Rechnen Sie anschließend den Preis pro Kubikmeter aus. Diese Zahl macht Angebote vergleichbar, auch wenn die Volumenaufnahmen leicht auseinandergehen. Weicht ein Anbieter beim Volumen deutlich nach unten ab, ist das kein günstigerer Preis, sondern eine spätere Nachforderung.
Warnzeichen im Kostenvoranschlag
- Festpreis ohne jede Besichtigung — auch keine Videobesichtigung
- Formulierungen wie „ca.“, „ab“ oder „zzgl. Aufwand nach Aufwand“
- Volumen fehlt oder ist auffällig niedrig angesetzt
- Etagenangaben fehlen
- Barzahlung verlangt, keine Umsatzsteuer ausgewiesen
- kein Stornorecht, aber hohe Vorkasse
Weitere Prüfpunkte stehen im Ratgeber Unseriöse Umzugsunternehmen erkennen.
Verhandeln — aber an der richtigen Stelle
Beim Stundensatz lässt sich selten etwas machen, beim Leistungsumfang dagegen schon. Wirksame Stellschrauben sind der Termin (Wochenmitte statt Monatsende), die Eigenleistung beim Packen, ein reduziertes Volumen nach dem Aussortieren und die Frage, ob Kartons gekauft oder geliehen werden.
Was Sie brauchen und was Sie sich sparen können, klären wir kostenlos bei der Besichtigung: Umzugsberatung. Ein schriftliches Angebot mit allen Positionen erhalten Sie über die Anfrage. Die Preisspannen für München stehen unter Was kostet ein Umzug, der Vergleich mit dem Selbstumzug unter Umzugsunternehmen oder selbst umziehen.
Häufige Fragen
Ist ein Festpreis oder Stundenlohn besser?
Für komplette Wohnungsumzüge der Festpreis: Er verlagert das Verzögerungsrisiko auf das Unternehmen. Stundenabrechnung passt zu kleinen Transporten und Einzelstücken.
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Zwei bis drei, jeweils mit identischem Leistungsumfang. Mehr bringt selten neue Erkenntnisse, kostet aber Zeit.
Ist ein Kostenvoranschlag verbindlich?
Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung und darf moderat überschritten werden. Ein vereinbarter Festpreis ist dagegen bindend — achten Sie darauf, welchen der beiden Begriffe das Angebot verwendet.
Was kostet eine Besichtigung?
Bei uns nichts. Sie ist die Grundlage für den Festpreis und verpflichtet zu nichts.
Woran erkenne ich versteckte Nachforderungen?
An fehlenden Etagenangaben, unrealistisch niedrigem Volumen und unklaren Zusatzpositionen. Alles, was nicht ausdrücklich im Angebot steht, kann später berechnet werden.
